Amersfoort: Abkochgebot für Trinkwasser ausgeweitet
| von Redaktion
Amersfoort · Verunreinigtes Trinkwasser zwingt den Wasserversorger Vitens dazu, das bestehende Abkochgebot auszuweiten. In mehreren Teilen der Stadt ist weiterhin eine bakterielle Belastung des Leitungswassers festgestellt worden. Betroffen sind inzwischen deutlich mehr Haushalte als zunächst angenommen. Nach Angaben von Vitens wurde bei Kontrollen die Darmbakterie Enterokokken nachgewiesen. Solange die Ursache der Verunreinigung nicht eindeutig geklärt ist und wiederholt saubere Messergebnisse vorliegen, bleibt das Abkochgebot bestehen. Bewohnerinnen und Bewohner müssen ihr Leitungswasser vor dem Trinken oder der Nutzung zur Lebensmittelzubereitung mindestens drei Minuten abkochen. Das Wasser kann weiterhin zum Duschen, Händewaschen oder für Haushaltsgeräte genutzt werden. Eine Entwarnung wird frühestens nach weiteren Tests erwartet. Vitens kündigte an, spätestens bis Mittwoch, 31. Dezember, erneut zu informieren.
Seit mehreren Tagen gilt in Teilen von Amersfoort ein Kochgebot (Kookadvies) für Trinkwasser. Ursprünglich war lediglich ein begrenzter Bereich in dem Stadtsteil Randenbroek betroffen, nachdem in einer Wasserprobe Enterokokken festgestellt worden waren. Wie Vitens mitteilt, konnte die Quelle der Verunreinigung bislang nicht ermittelt werden. Inzwischen wurde das betroffene Gebiet vorsorglich deutlich ausgeweitet. Das Wasserunternehmen spült das Leitungsnetz und entnimmt täglich neue Proben, die im eigenen Labor untersucht werden. Erst wenn zwei aufeinanderfolgende Tests ohne bakterielle Belastung ausfallen, kann das Kookadvies aufgehoben werden. Bis dahin bleibt die Vorsichtsmaßnahme bestehen. Laut Vitens ist das Abkochen des Wassers ausreichend, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Die Nutzung von Flaschenwasser ist nicht erforderlich. Die Situation wird laufend bewertet, eine feste Dauer für das Kookadvies kann derzeit nicht genannt werden.
Ausweitung auf großes Stadtgebiet
Nach Angaben von RTV Utrecht betrifft das ausgeweitete Kochgebot inzwischen rund 15.000 Haushalte im Süden von Amersfoort. Grund dafür ist, dass die Verunreinigung nicht nur im Leitungsnetz, sondern auch in einer sogenannten Reinwasserkeller an der Utrechtseweg festgestellt wurde. Diese Anlage versorgt ein größeres Gebiet mit Trinkwasser. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass belastetes Wasser von dort weiterverteilt wurde, gilt das Kochgebot aus Vorsorgegründen für alle angeschlossenen Haushalte. Der betroffene Bereich umfasst grob das Gebiet südlich der Hogeweg sowie Teile des Zentrums und des Stationsumfelds bis in Richtung der Autobahn A28. Welche Adressen konkret betroffen sind, können Einwohnerinnen und Einwohner über den Postcodecheck auf der Website von Vitens prüfen.
Was Enterokokken für Verbraucher bedeuten
Enterokokken sind Darmbakterien, die im Trinkwasser nichts zu suchen haben. Sie stellen für gesunde Menschen in der Regel kein großes Risiko dar. Für Personen mit geschwächtem Immunsystem oder einer anfälligen Gesundheit können sie jedoch zu Beschwerden führen. Aus diesem Grund gilt das Kochgebot als reine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz aller Verbraucher. Durch das Abkochen von Wasser über drei Minuten werden die Bakterien zuverlässig abgetötet. Vitens betont, dass andere Nutzungen des Leitungswassers wie Duschen, Händewaschen oder der Betrieb von Geschirrspülern weiterhin unbedenklich sind. Auch Wasser, das zum Kochen von Speisen verwendet wird, muss nicht vorab abgekocht werden, sofern es während der Zubereitung ausreichend erhitzt wird.
Ursache weiter unklar
Trotz intensiver Untersuchungen ist bislang unklar, wie die Verunreinigung in das Trinkwassersystem gelangen konnte. Vitens schließt nicht aus, dass belastetes Wasser aus dem Leitungsnetz in die Reinwasserkeller eingedrungen ist. Konkrete Hinweise auf einen technischen Defekt oder externe Einflüsse liegen derzeit nicht vor. Das Unternehmen spricht von einer leichten Verunreinigung, die dennoch ernst genommen werde. Die betroffenen Leitungen wurden isoliert, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Parallel dazu wird das Netz gespült und engmaschig kontrolliert. Ziel ist es, möglichst schnell stabile und saubere Messergebnisse zu erreichen.
Informationen für Anwohner
Vitens ruft dazu auf, Nachbarn und andere Betroffene aktiv über das Kochgebot zu informieren, insbesondere wenn diese möglicherweise noch nichts davon wissen. Die Feiertage rund um Weihnachten und den Jahreswechsel erschweren die Situation zusätzlich. Das Wasserunternehmen zeigt Verständnis für die Unannehmlichkeiten, betont jedoch, dass die Sicherheit der Trinkwasserversorgung oberste Priorität habe. Sobald das Wasser wieder uneingeschränkt trinkbar ist, will Vitens alle betroffenen Haushalte informieren. Spätestens am 31. Dezember soll es ein weiteres offizielles Update geben.
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