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49-Euro-Ticket startet mit Pannen

| von Redaktion

Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide
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UTRECHT · Das neue Sommerabonnement „Nederland Dal Vrij“ ist am Montag offiziell gestartet und hat sofort einen enormen Ansturm ausgelöst. Die starke Nachfrage führte zeitweise zu erheblichen Problemen auf der Website der Nederlandse Spoorwegen (NS), sodass viele Interessenten das Ticket zunächst nicht bestellen konnten. Gleichzeitig wurden bereits innerhalb weniger Stunden zehntausende Abonnements verkauft. Die Aktion ermöglicht unbegrenzte Bahnfahrten außerhalb der Hauptverkehrszeiten und an Wochenenden für 49 Euro pro Monat. Die Maßnahme wurde mit Unterstützung der niederländischen Regierung eingeführt und soll Reisen während der Sommermonate erschwinglicher machen. Die hohe Nachfrage zeigt das große Interesse an günstigen Mobilitätsangeboten, brachte die technischen Systeme der Bahn jedoch bereits am ersten Verkaufstag an ihre Grenzen.

Seit dem 15. Juni können Reisende das zeitlich begrenzte Sommerabonnement „Nederland Dal Vrij“ erwerben. Das Angebot gilt für Fahrten in der zweiten Klasse und ermöglicht unbegrenzte Zugreisen in den Nebenverkehrszeiten sowie an Wochenenden für 49 Euro pro Monat. Regulär kostet das vergleichbare NS Flex Dal Vrij-Abonnement 127,95 Euro monatlich. Die Rabattaktion läuft bis zum 31. Juli und kann je nach Abschlussdatum für ein oder zwei Monate zum vergünstigten Preis genutzt werden.

Der Verkaufsstart verlief jedoch nicht reibungslos. Bereits in den Nachtstunden kam es laut NS zu technischen Problemen. Im Laufe des Vormittags nahm die Belastung weiter zu. Zeitweise war die Bestellplattform für viele Nutzer nicht erreichbar. Auf der Website wurde eine Störungsmeldung angezeigt, die auf die außergewöhnlich hohe Auslastung verwies. Die NS bestätigte, dass die Seite für manche Kunden erreichbar gewesen sei, während andere keinen Zugang hatten oder sehr lange Ladezeiten hinnehmen mussten.

Trotz der technischen Schwierigkeiten wurden die ersten Verkaufszahlen als Erfolg gewertet. Nach Angaben der NS konnten bis 10 Uhr bereits 20.000 Personen das Abonnement abschließen. Rund drei Viertel davon waren neue Kunden ohne bestehendes NS-Abonnement. Die übrigen Nutzer wechselten von einem vorhandenen Abonnement auf die vergünstigte Sommeraktion. Die Bahn sprach von einer großen Nachfrage und erklärte, dass eine derart hohe Zahl bereits am ersten Vormittag bemerkenswert sei.

Millionenförderung ermöglicht Preisnachlass

Die Sommeraktion wurde mit Unterstützung der niederländischen Regierung ermöglicht. Hintergrund sind die gestiegenen Mobilitätskosten und insbesondere höhere Kraftstoffpreise. Mit staatlichen Mitteln wird der Preisnachlass von fast 80 Euro pro Monat finanziert.

Für das Programm stehen insgesamt 118 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Berechnungen der NS reicht dieser Betrag aus, damit mehr als 700.000 Reisende das Angebot für zwei Monate nutzen können. Gleichzeitig enthalten die Aktionsbedingungen den Hinweis, dass das Angebot vorzeitig beendet werden kann, falls die verfügbaren Mittel ausgeschöpft werden oder andere Gründe eine Fortführung unmöglich machen.

Wann das Ticket gültig ist

Das Abonnement gilt ausschließlich in den Nebenverkehrszeiten. Von Montag bis Freitag können Inhaber zwischen 9.00 Uhr und 16.00 Uhr sowie zwischen 18.30 Uhr und 6.30 Uhr des Folgetages unbegrenzt reisen. Am Wochenende gilt die Freifahrt von Freitagabend 18.30 Uhr bis Montagmorgen 4.00 Uhr.

Entscheidend ist dabei der Zeitpunkt des Check-ins. Wer während der Hauptverkehrszeiten eincheckt, zahlt für die gesamte Fahrt den regulären Tarif. Das Angebot gilt in den Zügen aller niederländischen Eisenbahnunternehmen. Ausgenommen sind jedoch Eurostar, Nightjet sowie die ICE-Verbindungen nach Frankfurt und Berlin.

Busse, Straßenbahnen, Metro und OV-Fiets sind nicht Bestandteil des Angebots. Für diese Verkehrsmittel fallen weiterhin die regulären Fahrpreise an.

Bestehende Kunden können wechseln

Das Angebot richtet sich sowohl an Neukunden als auch an bestehende Abonnenten. Wer bereits ein NS-Abonnement besitzt, kann dieses während des Aktionszeitraums auf Nederland Dal Vrij umstellen. Nach Angaben der NS erfolgt die Umstellung über das persönliche Kundenkonto „Mijn NS“.

Auch Reisende mit Studentenfahrkarte oder Keuzedagen können das Angebot nutzen, benötigen dafür jedoch eine separate persönliche OV-Chipkaart. Neukunden können eine solche Karte kostenlos mitbestellen. Die Zustellung erfolgt laut NS innerhalb von fünf Werktagen.

Für Fahrgäste, die in der ersten Klasse reisen möchten, besteht die Möglichkeit eines Klassenwechsels. Dafür wird ein monatlicher Aufpreis erhoben.

Automatische Verlängerung nach der Aktion

Ein wichtiger Punkt der Aktion betrifft die Laufzeit des Abonnements. Nederland Dal Vrij ist kein eigenständiges Produkt, sondern eine zeitlich begrenzte Rabattaktion für das bestehende NS Flex Dal Vrij-Abonnement.

Nach Ablauf des vergünstigten Zeitraums wird das Abonnement automatisch zum regulären Tarif weitergeführt. Für die zweite Klasse beträgt dieser Preis 127,95 Euro pro Monat. Fahrgäste ab 65 Jahren zahlen anschließend 59,95 Euro monatlich. Wer die Fortsetzung nicht wünscht, muss das Abonnement selbst kündigen oder auf ein anderes NS-Flex-Produkt umstellen.

Nach Angaben der NS ist eine Kündigung nach dem ersten Monat jederzeit möglich. Im Zusammenhang mit der Einführung des Angebots wurde angekündigt, die Kunden mehrfach auf die automatische Fortsetzung hinzuweisen, damit keine unerwarteten Kosten nach dem Sommer entstehen.

Technische Probleme inzwischen behoben

Die zwischenzeitlichen Störungen auf der Website wurden im Laufe des Tages nach Angaben der NS behoben. Am Nachmittag war die Bestellung des Sommerabonnements wieder möglich. Die Bahn betonte zudem, dass trotz der hohen Nachfrage weiterhin ausreichend Kontingente verfügbar seien.

Die ersten Verkaufszahlen deuten darauf hin, dass das Angebot auf großes Interesse stößt. Ob die bereitgestellten Mittel tatsächlich vollständig ausgeschöpft werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Fest steht jedoch bereits, dass die Einführung des 49-Euro-Sommertickets zu den bislang meistbeachteten Bahnaktionen des Jahres gehört.

Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide
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Deutschlandticket deutlich umfangreicher

Immer wieder wird das neue niederländische Sommerabonnement mit dem deutschen Deutschlandticket verglichen. Beide Angebote verfolgen zwar das Ziel, günstige Mobilität im öffentlichen Verkehr zu ermöglichen, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem Umfang. Während Nederland Dal Vrij ausschließlich für Zugfahrten gilt und nur außerhalb der Hauptverkehrszeiten sowie an Wochenenden genutzt werden kann, ist das Deutschlandticket in Deutschland im gesamten öffentlichen Nahverkehr gültig. Dazu gehören neben Regionalzügen auch Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen. Zudem können Fahrgäste das Deutschlandticket den ganzen Tag nutzen, also auch während der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten. Nach den vorliegenden Angaben hat sich das Deutschlandticket in Deutschland als erfolgreich erwiesen. Rund jeder fünfte Einwohner über 16 Jahren besitzt das Abonnement. Untersuchungen zeigen außerdem, dass Nutzer des Tickets häufiger auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und dafür seltener das Auto verwenden.

Was nach dem Sommer passiert

Nach dem Sommer endet die Sonderaktion und das Angebot läuft in seiner jetzigen Form aus. Ob daraus künftig ein dauerhaftes vergünstigtes Ticket entsteht, ist derzeit offen. Im niederländischen Parlament gibt es bereits seit längerer Zeit Forderungen nach einem festen Rabattangebot für Menschen mit geringerem Einkommen. Ein entsprechendes Konzept unter dem Namen „Onderwegpas“ wurde jedoch bislang nicht umgesetzt. Die Verhandlungen zwischen Regierung und Verkehrsunternehmen scheiterten unter anderem an Bedenken der Anbieter, durch ein dauerhaftes Rabattmodell Einnahmen zu verlieren.

Staatssekretärin Bertram wollte sich deshalb noch nicht dazu äußern, ob das neue Nederland Dal Vrij-Abonnement der Beginn einer dauerhaften Regelung sein könnte, schreibt NOS. Zunächst solle ausgewertet werden, welche Ergebnisse das aktuelle Experiment liefert. Erst danach werde die Regierung gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen prüfen, ob neue Vorschläge möglich sind. Für Aussagen über ein dauerhaftes vergünstigtes Ticket sei es nach Angaben der Staatssekretärin derzeit noch zu früh.

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