20.000 ohne Gepäck am Ferienstart
| von Redaktion
SCHIPHOL · Amsterdam Schwere Störung zum Start der Weihnachtsferien: Am Freitag sind tausende Reisende vom Flughafen Schiphol ohne ihr aufgegebenes Gepäck zu ihren Urlaubszielen geflogen. Ursache war eine mehrstündige technische Störung im Bagagesystem in Vertrekhal 2. Nach Angaben des Flughafens blieben rund 20.000 Koffer zurück. Betroffen waren sowohl europäische als auch interkontinentale Flüge. Die Störung konnte erst am späten Nachmittag behoben werden. In der Folge musste aufgegebene Bagage zeitweise manuell verarbeitet werden, was zu massiven Verzögerungen führte. Der Flughafen setzte zusätzliches Personal ein, rechnet jedoch damit, dass es mehrere Tage dauern wird, bis alle Koffer wieder bei ihren Besitzern ankommen. Die Situation traf Reisende ausgerechnet am ersten Ferientag der Weihnachtsferien.
Tausende Passagiere starteten ihren Urlaub unfreiwillig ohne Koffer. Wie NOS, NU.nl und Metro berichten, war ein Teil des automatisierten Bagagesystems in Vertrekhal 2 (Abflughalle 2) am Freitag stundenlang außer Betrieb. Diese Abflughalle wird unter anderem von KLM genutzt. Da die technische Anlage nicht vollständig zur Verfügung stand, musste ein großer Teil der eingecheckten Ruimbagage (aufgegebenes Gepäck) von Hand in das System eingespeist werden. Dieser Prozess ist deutlich zeitaufwendiger als die automatische Abfertigung. In der Folge konnte ein erheblicher Teil der Gepäckstücke nicht rechtzeitig auf die vorgesehenen Flüge verladen werden. Schiphol verarbeitet an einem stark frequentierten Reisetag wie diesem durchschnittlich rund 150.000 Koffer. Die Kombination aus Ferienbeginn, hohem Passagieraufkommen und technischer Störung führte dazu, dass tausende Gepäckstücke auf dem Flughafen zurückblieben und Reisende ihre Reise ohne persönliche Gegenstände antreten mussten.
Technische Störung legt Vertrekhal 2 lahm
Nach Angaben des Flughafens handelte es sich um eine technische Störung in einem Teil des Bagagesystems. Details zur genauen Ursache wurden nicht genannt. Fest steht jedoch, dass das System über mehrere Stunden nur eingeschränkt funktionierte. Erst am Ende des Nachmittags meldete Schiphol, dass die Probleme in Vertrekhal 2 behoben seien. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch bereits zahlreiche Flüge ohne die vollständige Ladung an aufgegebener Bagage gestartet. Besonders problematisch war dies für Langstreckenpassagiere, da deren Gepäck nicht kurzfristig nachgeladen werden konnte.
Manuelle Abfertigung als Nadelöhr
Durch den Ausfall des Systems musste die Gepäckabfertigung teilweise manuell erfolgen. Mitarbeitende waren gezwungen, Koffer einzeln in den weiteren Prozess einzuspeisen. Diese Vorgehensweise verlangsamte die Abläufe erheblich. Trotz des Einsatzes von zusätzlichem Personal gelang es nicht, den Rückstau vollständig aufzulösen. Laut Schiphol führte dies dazu, dass ein Teil der eingecheckten Ruimbagage nicht mehr rechtzeitig den jeweiligen Maschinen zugeordnet werden konnte. Die manuelle Abfertigung erwies sich insbesondere bei hohem Passagieraufkommen als Engpass.
Breite Auswirkungen auf Kurz und Langstrecken
Wie aus den Berichten hervorgeht, waren nicht nur einzelne Destinationen betroffen. Reisende auf europäischen Flügen ebenso wie Passagiere interkontinentaler Verbindungen mussten ohne ihr Gepäck abreisen. Das unterstreicht die Tragweite der Störung, da Vertrekhal 2 für unterschiedliche Flugtypen genutzt wird. Für viele Urlauber bedeutete dies einen Start in die Weihnachtsferien ohne Kleidung, Geschenke oder andere persönliche Gegenstände im aufgegebenen Gepäck.
Nachsendung dauert mehrere Tage
Schiphol arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den betroffenen Fluggesellschaften zusammen, um die zurückgebliebenen Koffer schnellstmöglich nachzusenden. Dennoch wird damit gerechnet, dass es mindestens mehrere Tage dauert, bis alle Gepäckstücke wieder bei ihren Besitzern eintreffen. Reisende sollten daher nicht davon ausgehen, ihr Gepäck bereits am nächsten Tag zu erhalten. Die logistische Herausforderung ist erheblich, da zehntausende Koffer identifiziert, sortiert und zu unterschiedlichen Zielorten transportiert werden müssen.
Hinweise an betroffene Reisende
Passagiere, deren Gepäck nicht angekommen ist, werden gebeten, die Onlinekanäle ihrer jeweiligen Fluggesellschaften im Blick zu behalten. Dort sollen aktuelle Informationen zur Nachsendung bereitgestellt werden. Zudem müssen fehlende Gepäckstücke ordnungsgemäß gemeldet werden, damit die Weiterleitung organisiert werden kann. Der Flughafen betont, alles zu unternehmen, um die entstandenen Verzögerungen so schnell wie möglich aufzuarbeiten.
KLM besonders betroffen
Auch KLM bestätigte, dass Passagiere der Airline von der Störung betroffen waren. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, sei Bagage auf Schiphol zurückgeblieben. Genaue Zahlen nannte KLM nicht. Das Unternehmen verwies jedoch darauf, dass die Situation gerade zum Beginn der Weihnachtsferien besonders belastend für die Reisenden sei. Man arbeite mit Hochdruck daran, die Koffer an ihre Zielorte zu bringen.
Erneut Belastungsprobe für Schiphol
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Problemen rund um die Gepäckabfertigung auf dem Flughafen ein. Bereits in der Vergangenheit hatten Personalmangel, hohe Auslastung und operative Engpässe zu Schwierigkeiten geführt. Die aktuelle Störung zeigt erneut, wie anfällig die Abläufe bei außergewöhnlich hohem Reiseaufkommen sind. Für viele Urlauber begann die Weihnachtsreise daher mit Unsicherheit und organisatorischem Aufwand, der den Ferienstart erheblich überschattete.
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