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Niederlande erleben erneuten Anstieg der Immobilienpreise

"Te koop": Der Immobilienmarkt brennt wieder. | Foto: HOLLAND.guide

DEN HAAG · Die Immobilienpreise in den Niederlanden haben im April 2024 einen neuen Rekord erreicht. Laut dem neuesten Bericht des Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) und des Kadaster sind die Preise für bestehende Kaufimmobilien im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass der Markt sich weiter erholt und das Niveau von Juli 2022 übertrifft, dem bisherigen Höchststand.

Die aktuellen Daten des CBS verdeutlichen, dass die Preise für bestehende Kaufimmobilien im April um 1,0 Prozent gegenüber März 2024 gestiegen sind. Dies folgt einem anhaltenden Aufwärtstrend seit Juni 2023, nachdem die Preise nach einem Höhepunkt im Juli 2022 kurzzeitig gefallen waren. Peter Hein van Mulligen, Chefökonom des CBS, führt diese Entwicklung, im Interview mit NU.nl, auf eine Kombination von Faktoren zurück: „Die Löhne sind in den letzten eineinhalb Jahren deutlich gestiegen, und die Inflation ist seit dem letzten Jahr etwas zurückgegangen. Zudem haben viele Menschen noch erhebliche Ersparnisse aus der Corona-Zeit.“

Steigende Immobilienpreise und Transaktionsvolumen

Neben den steigenden Preisen zeigt der Bericht des Kadaster auch einen signifikanten Anstieg der Immobilienverkäufe. Im April 2024 wurden 15.689 Transaktionen registriert, was einem Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In den ersten vier Monaten des Jahres wurden insgesamt 60.130 Immobilien verkauft, fast 13 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der durchschnittliche Transaktionspreis für eine bestehende Kaufimmobilie lag im April 2024 bei 435.984 Euro. Diese Zahl ist jedoch nicht das höchste jemals erreichte Niveau, da der Durchschnittspreis saisonale Schwankungen aufweist. Die Preisindexierung des CBS, die Qualitätsunterschiede zwischen den Immobilien berücksichtigt, zeigt jedoch, dass die Preise nun höher sind als jemals zuvor.

Ursachen und Perspektiven des Preisanstiegs

Van Mulligen erklärt weiter, dass die stabilisierte Hypothekenzinsen und steigende Einkommen maßgeblich zur Preissteigerung beigetragen haben. Nach einem Anstieg der Hypothekenzinsen im Jahr 2022, der zu einem vorübergehenden Preisrückgang führte, haben sich die Zinssätze seit Herbst 2023 wieder leicht reduziert, was den Käufern mehr finanziellen Spielraum verschafft hat. Darüber hinaus besteht weiterhin eine hohe Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere von älteren Menschen, die in kleinere Häuser umziehen möchten.

Die derzeitigen Marktdynamiken lassen keine kurzfristige Entspannung der Preise erwarten. „Wenn ich mir die aktuellen Marktbedingungen anschaue, würde ich nicht auf eine schnelle Preissenkung wetten“, so van Mulligen an De Telegraaf. „Die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin erheblich, und solange dies der Fall ist, werden die Preise voraussichtlich weiter steigen.“

Einblick in die regionale Entwicklung und zukünftige Prognosen

Das CBS plant, im Juli 2024 detaillierte regionale Daten zur Preisentwicklung nach Wohnungsarten zu veröffentlichen. Diese Informationen werden helfen, ein genaueres Bild von den regionalen Unterschieden und den spezifischen Marktbedingungen zu zeichnen. Banken und Immobilienexperten passen ihre Prognosen entsprechend den aktuellen Trends an. So hat die ABN Amro ihre Vorhersage für den Preisanstieg in diesem Jahr bereits auf eine Steigerung von 6 Prozent angehoben.

Die Niederlande befinden sich in einer Phase der Markterholung, angetrieben durch robuste wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum. Während diese Entwicklungen für bestehende Immobilienbesitzer vorteilhaft sein können, bleibt die Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum für alle zu gewährleisten, eine dringende Priorität für die Politik und Stadtplaner im Land.

15 Quadratmeter für 350.000 Euro

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