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Maskenpflicht in den Niederlanden wird kommen

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Im gewerblichen Personenverkehr und im Flugzeug muss bereits eine Mundmaske getragen werden. Da es in den Einkaufsmeilen und in öffentlichen Bereichen immer voller wird und die Zahl der Coronainfektionen zunimmt, sieht es so aus, dass Nasen-Mund-Masken auch an anderen Orten in den Niederlanden verpflichtet werden.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern sind Mundmasken im Personenverkehr, aber auch in Restaurants und Geschäften verpflichtet. In den Niederlanden entsteht eine Kehrtwende. Geschäftsinhaber plädieren für eine Maskenpflicht in Geschäften und belebten Straßen, da sich die Städte wieder füllen und sie befürchten, dass die Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung haben. Einbahnstraßen, Abstandshalter und andere Maßnahmen werden kaum beachtet.

Sicher ist sicher

Das RIVM, die niederländische Behörde für Öffentliche Gesundheit und Umweltschutz, hatte monatelang erklärt, dass Masken im Alltag keinen positiven Effekt zeigen und diese für Pflegepersonal vorbehalten sein müssen. Dabei wurde anscheinend immer nur von Schutzmasken ausgegangen, die den Träger selbst schützen. Mittlerweile gab es einen Kurswechsel und im gesamten gewerblichen Personenverkehr müssen nicht-medizinische Masken getragen werden. Ärztliche Atteste oder ähnliches werden weder ausgestellt noch akzeptiert. Kinder unter 13 Jahren sind freigestellt vom Tragen einer Maske.

Die Theorie ist: Tragen alle Personen einen solche Maske, wird die Möglichkeit einer Ansteckung viel kleiner. Hier gehen jetzt auch Geschäftsinhaber, aber auch Sicherheitsregionen wie Amsterdam-Amstelland, darauf ein. Spätestens im August, wenn fast alle europäischen Länder Ferien haben, wird es in den Innenstädten so voll, dass Schließungen kompletter Straßenzüge drohen. Es wird dann nämlich nicht mehr möglich sein, um überhaupt einen Abstand einzuhalten. Ausgelöst durch die aktuelle Steigerung der Infektionszahlen hat so ein Umdenken eingesetzt. Sicher ist sicher, und es alles ist besser als eine Schließung einzelner Geschäfte oder ganzer Gebiete.

Anstieg der Zahlen zwingt

Mit dem Anstieg der Infektionszahlen in den Niederlanden in den letzten zwei Wochen stehen auch wieder strengen Maßnahmen inklusive Schließungen bevor. Innerhalb einer Woche hat sich die Zahl der neu diagnostizierten Fälle von 534 auf 987 fast verdoppelt. Ferdinand Grapperhuis, Minister für Justiz und Sicherheit, hat am 22. Juli in einer Pressekonferenz erklärt, dass die neuen Coronaherde in den Niederlanden hauptsächlich durch das Nichteinhalten der Regeln entstanden seien. Menschen müssen sich an den Mindestabstand von 1,5m halten. Aktuell werden die Ausbrüche durch die regionalen Behörden kontrolliert. Die niederländische Regierung greift erst ein, wenn sich dieser Trend fortsetzt. "Die Erhöhung der Anzahl der Infektionen ist ein Stromstoß. Eine Warnung, dass wir wachsam bleiben müssen. Das Virus ist immer noch unter uns und lebensbedrohlich", so Grapperhuis.

Die Menschen sind bei der Einhaltung der Maßnahmen zunehmend nachlässig. Eine Studie von RIVM zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen mit coronabedingten Beschwerden, nämlich 80 Prozent, immer noch nach draußen geht und nicht zu Hause bleiben. Nur 12 Prozent gaben an, sie würden sich bei Beschwerden testen lassen. Dabei können sich alle Personen, die sich in den Niederlanden aufhalten, ganz einfach und kostenlos auf eine aktive Coronainfektion testen lassen.

Die Stadt Amsterdam erwartet, in Kürze neue Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass das Risiko einer Übertragung gering bleibt, aber gleichzeitig Geschäfte geöffnet bleiben können. Eine Mundmaskenpflicht ist eine der Optionen, um dies umzusetzen.

Es gibt aber bereits Geschäfte und Organisationen, die diese Entscheidung selbst in die Hand nehmen und einen Zugang nur mit Maske erlauben. So sind diese im Basar Beverwijk und auch auf der Kirmes in Wijk bij Duurstede verpflichtet.

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